30.04.2014 | Kunstgeschichte |

Codierte Stoffe

Das Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main besitzt eine umfangreiche Sammlung von Textilien aus Indonesien, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich ausgestellt wurden. Bislang aus konservatorischen Gründen gerollt in den Magazinen gelagert, werden nun einige dieser Textilien das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Foto:Wolfgang Günzel

Das Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main besitzt eine umfangreiche Sammlung von Textilien aus Indonesien, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich ausgestellt wurden. Bislang aus konservatorischen Gründen gerollt in den Magazinen gelagert, werden nun einige dieser Textilien das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Diese einzigartigen Stoffe sind nicht nur Zeugnis überragender Handwerkskunst sondern auch Träger codierter Botschaften. Ähnlich wie bei einem Barcode, müssen die Textilien decodiert werden.

Ziel der Laborausstellung ist es, verschiedene Lesarten der Textilien auszutesten. „Ausgerollt und Angeschaut“ präsentiert deshalb keine Ergebnisse, sondern macht laufende Forschungen am Museum transparent und wirft neue Fragen auf: Welche Strukturen oder welche Grammatik sind in die Stoffe eingewebt? Lassen sich die Textilien in anderen Kunstformen umsetzen?  Welches Wissen wurde durch die Stoffe kommuniziert? Gibt es Kontinuitäten oder Analogien zu lokalen, nationalen und globalen Phänomenen und welche Bedeutungen generieren die Textilien?

„Ausgerollt und Angeschaut“ ist der Auftakt zu einer langfristigen Auseinandersetzung mit Textilien am Weltkulturen Museum, die 2016 in einer großen regional übergreifenden Ausstellung münden wird.

Die Forschungsergebnisse werden auf der interaktiven Online-Plattform www.weltkulturen-openlab.com der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


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